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Gewandung

Die Kelten

Die keltische Tracht in der Hallstattzeit bestand bei Frauen im Allgemeinen aus einem Rock, einer rechteckig geschnittenen Bluse in Tunikaform, oder einem einfachen, tunikaählichen Kleid. Darüber trug man einen ebenfalls rechteckigen Mantel, einen Schleier, sowie Schnabel- oder Bundschuhe. Die Tunika der Männer reichte von den Oberschenkeln bis zur Wade. Darüber kam ein Mantel und den Kopf bedeckte eine flache, breite Mütze, oder ein konisch geschnittener Hut.

In der La Tenè-Zeit kam der Peplos auf, der aus 2 rechteckigen Stoffbagnen bestand, die an den Schultern gefibelt wurden. Der keltische Mann trug nun ein tunikaförmiges Hemd und die bekannten karierten Hosen.

Sowohl Männer, als auch Frauen liebten Schmuck und stellten ihn auch gerne zur Schau.

Geschichte "zum Anfassen"

     
Lebendige Geschichte - ein Erlebnis für die ganze Familie.

Weiter zur Bildergalerie keltische Trachten in der Antike. (Vielen Dank an Johanna, Fürstin des Keltenstamms Alauni. Sie hat freundlicherweise die Fotos zur Verfügung gestellt.)

Die Kleidung im Mittelalter

Die Trachten der germanischen Volkstämme, die nur geringfügig voneinander abwichen, hatten sich Jahrhunderte hindurch erhalten. Die Begründung der staatlichen Einheit durch Karl den Großen jedoch führte ein Übereinstimmung auch in der Kleidung herbei, indem die fränkische Tracht nach und nach allgemein angenommen wurde. Die bestand bei den Männern in leinenen, gewöhnlich scharlachroten Beinkleidern für Unter- und Oberschenkel, die mit Binden von derselben Farbe umwickelt waren. Darüber waren mehrere Ellen lange Riemen in Kreuzesform geschnürt, die an die Lederschuhe befestigt waren. Den Oberkörper bedeckte man mit einem Hemd aus Leinewand und einem grauen Mantel, der viereckig und doppelt so geformt war, daß er, über die Schultern gelegt, vorn und hinten bis zu den Füßen hinabreichte, an den Seiten aber offen war.

Die Kleidung der Frauen war der weiblichen römischen Tunika ähnlich. Sie war rechteckig geschnitten und fiel ohne Einziehung um die Hüften in gerader Linie von den Schultern bis zu den Füßen hinab; die Armel waren weit, und der breite Goldbortenbesatz verhinderte, das irgend welche Faltenbewegungen in die Gewandung hineinkam.

Die Zeit des Rittertums rief eine größere Mannigfaltigkeit und besseren Geschmack in der Tracht hervor. Als Unterkleid trugen die Ritterfrauen ein Hemd aus feiner Leinewand, das am Halse züchtig mit einer kostbaren Agraffe geschlossen und mit seinen Nähten, mit Gold- und Perlenstickerei verziert war. Darüber wurden Rock und Kleid angelegt, die sich dem Oberkörper eng anschlossen, unten aber sich erweiterten und bis auf den Boden faltenreich hinabwallten, um die Füße zu verdecken, was die strenge Sitte erforderte.

Die Armel waren so weit geöffnet, daß sie auch fast auf den Boden reichten. Besonders kostbar war der Stoff, aus dem die Obergewänder hergestellt waren; man verwandte dazu roten oder braunen Scharlât (Scharlach) aus Gent und Regensburg oder Baldekîn (Seide) aus Bagdad, auch wohl eigen gewebten, feinen blauen Wollstoff. Den Rock hielt man zusammen mit einem metallbeschlagenen, edelsteingeschmückten Gürtel, an dem eine Tasche, Geld, Riechfläschchen, Handspiegel, Schere und Nadelbüchse enthaltend, getragen wurde; über den Rock legte man ein ärmelloses Übergewand, am Halse mit breiten Borten verziert, und darüber den Mantel, der aus sehr kostbarem Stoffe gefertigt, mit Seide oder Pelzwerk gefüttert war und malerisch bis zu den Füßen herabwallte.

Viel Zeit und große Sorgfalt verwandten die Ritterdamen auf die Pflege ihres Haares. Mit Kämmen aus Holz oder Bein ward es, nachdem man die blonde Farbe durch Einreiben mit Salben und Pomaden erhöht hatte, gestrählt und gescheitelt, auch wohl mit einem Brenneisen gekräuselt. Die Jungfrauen ließen ihr Haar lose herabwallen oder flochten es in lange, mit bunten Bändern und Fäden versehene Zöpfe; um es zusammenzuhalten, drückten sie einen Reifen oder einen Kranz aus Blumen auf das Haupt. Die verheirateten Frauen dagegen banden das Haar auf und bedeckten es mit dem "Gebende", das aus Schleiern und Kopftüchern bestand, die auch Wangen und Kinn umschlossen. Auch die Männer ließen dem Haar besondere Pflege angedeihen. Man trug es als Zeichen der Freiheit lang herabwallend oder verbarg es unter einer mützenartigen, bortenbesetzten Kopfbedeckung.

Die männliche Kleidung, sofern sie nicht mit der Rüstung vertauscht wurde, glich fast ganz der Frauengewandung. Namentlich verlieh den Männern der Rock ein frauenhaftes Aussehen, denn er lag am Oberkörper glatt an und wallte bis auf die Füße herab. Die Unterkleidung bestand aus einem weißen Hemd von Wollstoff oder Leinewand; den Unterkörper bedeckte die sog. "Broche", eine kurze Hose, an deren Gurt ein enganliegendes Beinkleid befestigt war, das auch die Füße strumpfartig umschloß. Dazu trug man Lederschuhe und einen grünen, pelzverbrämten Mantel.

Die Prunkliebe der Zeit brachte es mit sich, daß in der Gewandung bald ein immer größerer Luxus entfaltet wurde. Nicht allein die Frauen, sondern auch die Männer schmückten sich mit kostbaren Edelsteinen, mit Ringen, Halsketten und Armbändern. Man besetzte die Kleider mit Blättchen von edlem Metall, mit Goldstickerei und Perlen, selbst mit Schellen; man liebte es, die Farben so bunt wie möglich zusammenzustellen und trug selbst "geteilte Trachten", bei denen in senkrechter Teilung die eine Hälfte rot, die andere blau war.

Eine sonderbare Verwirrung des Geschmacks zeigte sich in der eigentümlichen Form des Schuhwerks, den sog. Schnabelschuhen, die um das Jahr 1100 aufkamen, und die, vorn spitz zulaufend, mehr oder weniger über die Zehenspitzen hinaus verlängert waren. Die Spitzen dieser Schuhe waren mit Werg ausgestopft.

Quelle: Kulturbilder aus Deutschlands Vergangenheit, Verlag Gustav Gräber, 1904

 

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