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Das Mittelalter

BITTE HIER KLICKEN (Karte des mittelalterlichen Europas zur Zeit Justinians, ca. 580 CE)

Der Bezeichnung Mittelalter für die Zeit zwischen Antike und der Neuzeit (ca. 500 CE und ca. 1500 CE) ging aus der nachfolgenden Epoche, der Renaissance, hervor.

Zeitliche Einordnung des Mittelalters

Die Bezeichnung „Mittelalter“ bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation, denn der Begriff wird kaum im Zusammenhang mit außereuropäischen Kulturen verwendet. Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis etwa 1500 ein. Wesentlich genauer sind jedoch folgende Merkmale:

Das Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375–568) bzw. vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. (Bezüglich der Problematik der Datierung des Beginns des Mittelalters siehe Ende der Antike und Spätantike.)

Die Datierungen sind nicht immer einheitlich, es kommt oft darauf an, welche Aspekte der Entwicklung bevorzugt werden und von welchem Land man ausgeht. Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam in den Vordergrund, kann man Mohammeds Hidschra (622) oder den Beginn der arabischen Expansion ab 632 als Beginn sehen. Ebenso gibt es unterschiedliche Datierungsmöglichkeiten für das Ende des Mittelalters, beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks (um 1450), die Eroberung von Konstantinopel 1453, die Entdeckung Amerikas 1492 oder auch der Beginn der Reformation (1517). Fokussiert man einzelne Länder, so kann man auch zu verschiedenen Eckdaten kommen. So endete die Antike am Rhein oder in Britannien aufgrund der dortigen Entwicklungen während der Völkerwanderung sicher früher als etwa in Syrien. Auf der anderen Seite war zum Beispiel zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen, während man zur gleichen Zeit in England noch vom Mittelalter spricht.

Untergliederung des Mittelalters

Im deutschsprachigen Raum hat seit dem 19. Jahrhundert die von der Nationalidee beeinflusste, an der fränkischen und deutschen Herrschergeschichte orientierte Geschichtsschreibung das Mittelalter vornehmlich in drei Hauptphasen gegliedert:

Diese Trinität war an der Vorstellung von Aufstieg, Blüte und Verfall ausgerichtet.

Durch veränderte Fragestellungen, insbesondere auch den Einfluss wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtlicher Fragestellungen, ging man allmählich von dem an der Herrschergeschichte ausgerichteten Ordnungsmodell ab und betonte die Veränderungen des 11./12. Jahrhundert als entscheidende Zäsur des als Mittelalter bezeichneten Jahrtausends. Oft führt das dazu, dass man nur noch das frühere vom späteren Mittelalter unterscheidet.

Von einzelnen Autoren vorgenommene abweichende Ein- und Zuordnungen sind naturgemäß von unterschiedlichen Fragestellungen und Schwerpunktsetzungen beeinflusst. Neben sachlichen Kriterien haben sie bisweilen auch Profilierungsgründe zur Ursache.

Weltbild

Die über effiziente Verwaltungsstrukturen verfügende Kirche festigte in der Spätantike ihre Stellung. Bereits Konstantin der Große hatte die Kirche gefördert, sodass diese nun auch über beträchtliche wirtschaftliche Macht verfügte. Durch staatliche Privilegien wurde sie auch für die Oberschicht des Reiches interessant, und indem sich seit dem 4. Jahrhundert die Kindstaufe durchsetzte, während Apostasie (Abfall vom Glauben) bald mit dem Tod bedroht wurde, war es schließlich kaum noch möglich, sich frei für oder gegen das Christentum zu entscheiden.

Das mittelalterliche Weltbild ab ca. 700 CE ist somit tief von Kirche und Bibel geprägt. Gott ist der Erschaffer der Welt, der Natur und des Menschen und lenkt diese. Die Vertreibung aus dem Paradies wird als Beginn der Geschichte angesehen, die europäischen Königs- und Kaiserreiche - unter Einfluß der Kirche - als Vorläufer des Gottesreichs auf der Erde, nach dem Jüngsten Gericht. Der einzelne Mensch ist Bestandteil dieser Ordnung, er fühlt sich als Teil der Gesellschaft, nicht als Individuum.

Wer einer falschen Lehre anhing, dessen Seele war verloren. Die Feststellung des „orthodoxen“ Standpunktes war also von entscheidender Bedeutung für die Gläubigen.

Bis zum Ende der Epoche (und vor allem im Osten darüber hinaus) bestimmten theologische Auseinandersetzungen, die meist untrennbar mit Machtfragen verknüpft waren, die Geschichte in entscheidendem Maße mit. Indem das Christentum zur Religion von Kaiser und Reich (dem Imperium sanctum) und Christus zum Kosmokrator, der als eine Art himmlischer Kaiser gedacht wurde, passte es sich der Welt an und erfuhr eine massive Transformation.

In der Spätantike entwickelte sich auch das Amt des Bischofs von Rom hin zum Papsttum.

Historischer Hintergrund

Die ausgehende Völkerwanderungszeit und der damit einhergehende Zerfall des Römischen Reiches markiert den Beginn des Mittelalters. Die Herrschaftsgewalt zersplitterte sich zunächst in grundherrschaftliche, später in lehensrechtliche Beziehungen bis hin zur Entstehung des Königreiches.

Die Macht wurde dabei nicht nur von den Adligen, meistens Lehnsherren, ausgeübt, sondern auch von der Kirche, die eine eigene Machtposition vertrat. Durch Salbung des Königs war dieser auch kirchlich legitimiert. Im Frühmittelalter war die Kirche der Kulturträger der Gesellschaft, denn meist nur der Klerus wußte über das Lesen und Schreiben Bescheid.

Die Gesellschaft war geteilt in die Stände Adel, Klerus und Bauern. Sie richtete sich auf agrarwirtschaftliche und naturalwirtschaftliche Produktion aus.

Das Frühmittelalter wurde von drei bedeutenden Adelsgeschlechtern geprägt: den Karolingern, den Ottonen und den Saliern. Das fränkische Hochadelsgeschlecht beherrschte von 750-900 Westeuropa. Sein bedeutendster Vertreter war Karl der Große (768-814), der im Jahre 800 zum ersten Kaiser vom Papst gekrönt wurde. Nach dessen Tode zerfiel das Karolingerreich.; die östlichen Gebiete, dem späteren Heiligen Römischen Reich, wurden von den Ottonen (900-1024) übernommen. Das Ottonengeschlecht erlosch, als des nach dem Tode Heinrich II. keine männlichen Nachfolger mehr gab. Die Königswürde wurde auf Konrad II., einem Salier, übertragen. Das fränkische Adelsgeschlecht der Salier regierte von 1024-1125. Nach dem Tod des kinderlosen letzten salischen Königs, ging deren Besitztümer an die Staufer über.

Frühmittelalter

Von der Forschung wird die Völkerwanderung quasi als Bindeglied zwischen Antike und Mittelalter angesehen und noch der sogenannten Spätantike zugerechnet. Die Epoche der Antike geht zu Ende - es beginnt das Frühmittelalter.

In dieser Zeit fanden viele einschneidende Entwicklungen statt. So wird Europa bis etwa 600 weitgehend christianisiert, hauptsächlich durch die intensive Tätigkeit der irischen Missionare (iro-schottische Mission). Etwa um 500 beginnt unter König Chlodwig, der mit seinem Volk geschlossen zum Christentum übergetreten war, der Aufstieg des Fränkischen Reiches, das sehr bald auf den Überresten des Weströmischen Reiches und der Reiche der anderen germanischen Völker seine Vorherrschaft in West- und Mitteleuropa begründet.

Den Höhepunkt dieser Entwicklung stellt die Krönung Karls des Großen zum römischen Kaiser durch den Papst an Weihnachten des Jahres 800 dar. Nach seinem Tod 814 zerfällt das fränkische Reich allmählich. Aus seiner westlichen Hälfte entsteht das spätere Frankreich, während sich aus der Osthälfte später das „Heilige Römische Reich deutscher Nation“ entwickelt. Daneben erhält der Papst durch die sogenannte Pippinische Schenkung 754 neben seiner geistlichen nun auch weltliche Macht, was in Zukunft des Öfteren zu Spannungen zwischen den Königen und dem Papst führen sollte.

Ebenfalls in diese Zeit fallen die Einfälle der Wikinger sowie der Magyaren zwischen 800 und 1100 bzw. 900 und 950. Zusammen mit der Eroberung Nordafrikas und eines Großteils der iberischen Halbinsel von ca. 650 bis 720 durch die Moslems bewirken sie die Auslöschung der letzten spätantiken Strukturen – sofern sie noch vorhanden waren – und setzen eine Entwicklung in Gang, die die Bauern im Frankenreich ihrer Freiheit beraubt und die staatliche Autorität zersplittert, da die Verteidigung der einzelnen Gebiete den dortigen Grundherren auferlegt wurde. Dies führt letztendlich zum Entstehen des feudalistischen Wirtschaftssystems. Die britischen Inseln und Nordfrankreich haben am meisten unter den Angriffen der Wikinger zu leiden, wobei die Angreifer in Britannien einige Königreiche errichten, aus denen später England entsteht.

Wirtschaftlich stellt das Frühmittelalter hauptsächlich eine Zeit der Naturalwirtschaft dar, wobei besonders das System der Grundherrschaft herauszustellen ist. Wesentliche Kulturträger sind das Byzantinische Reich, die Klöster, insbesondere die des Benediktinerordens, sowie die Gelehrten des arabisch-muslimischen Kulturkreises. Vor allem durch letztere konnte ein wesentlicher Teil der antiken Literatur und Wissenschaften bewahrt werden.

Hier geht es weiter zu den Kelten, oder Alltagsleben im Mittelalter. Stolzen Kriegern, Rittern und edlen Damen empfehle ich auch die Seite Gewandung anzusehen. Zu den Rezepten geht's hier entlang und alles zum Thema Met findet Ihr hier.

Quelle: Wikipedia

 

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